Menschen aus dem Ausland oft unter Qualifikation beschäftigt

Der deutsche Arbeitsmarkt befindet sich in einem Strukturwandel.
Foto: Arne Dedert/dpa

In Ländern der Europäischen Union befinden sich ausländische Erwerbstätige mit hohen formalen Bildungsabschlüssen oft in Arbeitsverhältnissen, die unterhalb ihres fachlichen Qualifikationsniveaus liegen. Das zeigt die Statista-Infografik mit Daten des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat). Derzeit trifft dies auf rund 40 Prozent der ausländischen Erwerbstätigen mit tertiärem Bildungsabschluss aus Nicht-EU-Ländern zu. Bei Ausländern aus anderen EU-Ländern liegt die Quote der Überqualifikation bei 30,3 Prozent. In der Gruppe der Einheimischen ist nur jeder Fünfte überqualifiziert. Die Quoten variieren dabei je nach Land mitunter deutlich. Für die Erhebung wurden Erwerbstätige im Alter von 20 bis 64 Jahren berücksichtigt.

Die Zahlen verdeutlichen, dass die Überqualifikationsquote in den letzten Jahre zwar gesunken ist, es zugleich aber bei der Integration von ausländischen Erwerbstätigen weiterhin Nachholbedarf existiert. Die Quoten variieren je nach Land mitunter deutlich. Laut Eurostat brauche es “einfachere und zugänglichere Anerkennungsverfahren sowie Möglichkeiten für erwachsene Migranten, ihre Qualifikationen zu verbessern oder anzugleichen – einschließlich des Zugangs zu lebenslangem Lernen.” Gut funktionierende Arbeitsmärkte hängen laut Eurostat weitgehend davon ab, dass die Fähigkeiten und Qualifikationen der Arbeitskräfte mit den Anforderungen der Arbeitgeber übereinstimmen. Zwar seien gewisse Diskrepanzen unvermeidlich (insbesondere in sich rasch entwickelnden Wirtschaftssektoren), doch hohe und anhaltende Diskrepanzen könnten für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und die Gesellschaft insgesamt kostspielig sein.

Der in der Grafik genannte Begriff “tertiärer Bildungsabschluss” bezieht sich auf die Stufen gemäß der Internationalen Standardklassifikation des Bildungswesens (ISCED). Diese Stufen umfassen Kurzausbildungen für die Vorbereitung höherer akademische Abschlüsse (5), Bachelor- (6), Master- (7) und Promotionsstudiengänge (8). Die ebenfalls genannten ISCO-Gruppen 4 bis 9 umfassen Berufe, die als Berufe mit geringer Qualifikation gelten und die in der Regel keine oder nur eine kurze berufliche Ausbildung erfordern (zum Beispiel einfache Dienstleistungsberufe, Verkäufer, Fahrer, Hilfsarbeiter). Diese Gruppen werden in der Internationalen Standardklassifikation der Berufe (ISCO) der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verwendet. (Quelle: Statista/cw)

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