Wenn sie heute ihren Job verlieren würden, könnten 37 Prozent der deutschen Frauen mit ihren Ersparnissen nur einen Monat ihren aktuellen Lebensstandard halten. Bei Männern liegt die Quote mit 22 Prozent wesentlich niedriger. 36 Prozent der Männer könnten ihren Lebensstil sogar mehr als fünf Monate halten, bei Frauen sind es nur 26 Prozent. Das sind einige der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die der Online-Broker XTB im Oktober anlässlich des Weltspartages durch das Meinungsforschungsinstitut TGM unter 1000 Befragten in Deutschland durchgeführt hat.
Der Unterschied bei der Dauer der Erhaltung des Lebensstandards zwischen Frauen und Männern ergibt sich aus dem Umstand, dass Frauen monatlich weniger sparen bzw. sparen können. So gaben 24 Prozent der in der XTB-Umfrage befragten Frauen an mehr als 200 Euro pro Monat zu sparen; bei den Männern sind es 37 Prozent. „Dass bei den Männern rund die Hälfte mehr in größerem Umfang sparen kann, kann sich speziell in Situationen wie einem Jobverlust bemerkbar machen“, erklärt Jens Chrzanowski, Deutschland-Chef von XTB. „Dies ist ein weiteres Argument für die Angleichung der Gehälter der Geschlechter.“
Insgesamt zeigt die Umfrage ein uneinheitliches Bild des deutschen Sparverhaltens. Viele Deutschen schaffen es, regelmäßig monatlich zwischen 50 und 200 Euro zu sparen, laut der Umfrage sind es 33 Prozent. Zwar sparen 15 Prozent weniger als 50 Euro pro Monat. Allerdings legen 19 Prozent zwischen 201 und 500 Euro auf die hohe Kante, 11 Prozent sogar mehr als 500 Euro. 16 Prozent gaben an, dass sie nur gelegentlich etwas sparen, und zwar nur dann, wenn sie gerade Geld dafür zur Verfügung haben. Fünf Prozent gaben an, dass sie grundsätzlich kein Bedürfnis zu sparen haben.
Sparen für Handy, Auto, Immobilie, Rente und finanzielle Freiheit
Auf die Frage nach dem Zweck ihres Sparens gaben 39 Prozent kurzfristige Ziele wie ein Handy oder einen Urlaub an, 36 Prozent haben mittelfristige Ziele wie den Kauf eines Autos oder eines Fahrrads und 38 Prozent verfolgen mit Sparen langfristige Ziele wie den Kauf einer Immobilie, eine zusätzliche Rente oder grundsätzlich die Erfüllung einer finanziellen Freiheit. Auf diese Frage, die Mehrfachnennungen ermöglichte, antworteten 27 Prozent mit „unvorhergesehenen Ausgaben“. Interessanterweise sehen das in der Altersgruppe der 60- bis 75-Jährigen 46 Prozent so, während es in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen nur 10 Prozent sind. „Vielen älteren Menschen ist der Absicherungsaspekt wichtig, daher legen sie mehr Wert auf einen finanziellen Puffer für Eventualitäten als jüngere Menschen“, so Kapitalmarktexperte Jens Chrzanowski. Er hebt allerdings hervor, dass in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen langfristige Ziele mit einem Zuspruch von 38 Prozent der Befragten fast genauso gefragt sind wie kurzfristige Ziele mit 42 Prozent. „Es ist positiv zu erwähnen, dass offenbar viele jüngere Deutsche bereits erkannt haben, dass die staatliche Rente keine rosige Zukunft hat und dass vor diesem Hintergrund das persönliche Engagement für eine private Altersvorsorge gefragt ist“, so Chrzanowski.
Deutschlands Sparer bevorzugen Sparbuch und Girokonto
Wenn es auf die Finanzinstrumente zu sprechen kommt, die die Sparerinnen und Sparen zum Erreichen ihrer finanziellen Ziele nutzen, gaben 30 Prozent das Sparbuch als das ideale Instrument für ihre jeweiligen Ziele an. Bei den Männern sind es 26, bei den Frauen 33 Prozent. Auch das Girokonto wird oft genannt, bei den Männern von 19, bei den Frauen von 27 Prozent. Insgesamt geben nur 21 Prozent Fest- oder Tagesgeld als Instrument ihrer Wahl an (Männer 22 Prozent, Frauen 19 Prozent), noch niedriger fällt der Zuspruch bei Aktien mit 8 Prozent aus (Männer 10 Prozent, Frauen 7 Prozent). ETFs werden von 8 Prozent angegeben (Männer 11 Prozent, Frauen 6 Prozent). „Es mag nachvollziehbar sein, dass ältere Menschen, die dem Ruhestand vergleichsweise nahe sind, den Anlageklassen, die wie Aktien mit Schwankungen einhergehen können, aus dem Wege gehen und auf sichere Renditen setzen. Dass aber jüngere Leute, die Schwankungen im Zuge der längeren Zeit, die sie noch bis zu ihrem Ruhestand haben, aussitzen können, kaum auf den Aktienmarkt setzen, ist fahrlässig. Immerhin bietet ein breit gestreutes Aktienportfolio auf lange Sicht die bei weitem besten Renditechancen aller Anlageklassen“, so XTB-Deutschland-Chef Jens Chrzanowski weiter. Gold und Kryptowährungen erfahren mit 5 bzw. 3 Prozent eher geringen Zuspruch als Sparinstrumente. Ganz unten in der Gunst der deutschen Sparerinnen und Sparer findet sich die Lebensversicherung, früher eines der beliebtesten Modelle für die Verfolgung langfristiger finanzieller Ziele. Die Zustimmung liegt in allen Altersgruppen nur im Bereich zwischen zwei und drei Prozent. (Quelle: XTB)


3 Kommentare zu “Frauen droht bei Jobverlust finanzieller Absturz”
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